Oliver Timmermann, Griesheim

Das Blog aus Griesheim

Öffentlicher Nahverkehr in Darmstadt

Ich möchte an dieser Stelle die Frage erörtern, inwiefern die Nutzung der öffentlichen Nahverkehrsmittel im Verkehr zwischen Darmstadt und Griesheim Sinn macht. Als Beispiel nehme ich meine persönliche tägliche Fahrstrecke zwischen Griesheim und der Technischen Universität Darmstadt.

Für den öffentlichen Nahverkehr kommt nur das Angebot des RMV in Frage, hier setzt sich das Angebot wie folgt zusammen:

  • 6 Minuten Fußweg zur Straßenbahn
  • 18 Minuten Fahrzeit laut Fahrplan
  • 4-5 Minuten Fußweg je nach Zielort an der TU Darmstadt
  • Kosten: 1,70 € pro Fahrt, daraus folgen Kosten von 68 € pro Monat bei angenommenen 20 Tagen

Alternativ stellt sich die Situation mit dem eigenen Kraftfahrzeug wie folgt dar:

  • Kein Fußweg zum Auto
  • ca. 20 Minuten Fahrzeit, morgens etwas mehr, mittags etwas weniger
  • 2 Minuten Fußweg je nach Zielort an der TU Darmstadt
  • Kosten: Fahrstrecke einfach beträgt 8km, bei 20 Tagen sind dies also 320 Kilometer, bei einen Benzinpreis von 1,25€/l und einem Verbrauch von 10l/100km ergibt dies 40€

Noch besser stellt sich die Situation mit dem Motorrad dar:

  • Kein Fußweg zum Fahrzeug
  • ca. 15 Minuten Fahrzeit
  • Kein Fußweg an der TU
  • Kosten: Fahrstrecke einfach beträgt 8km, bei 20 Tagen sind dies also 320 Kilometer, bei einen Benzinpreis von 1,25€/l und einem Verbrauch von 5l/100km ergibt dies 20€

Da das Fahren mit dem eigenen Kraftfahrzeug weitere Annehmlichkeiten mit sich bringt (höhere Flexibilität, keine überheizten Straßenbahnen, keine asozialen Subjekte im gleichen Fahrzeug, deutlich höherer Sitzkomfort), sehe ich im öffentlichen Nahverkehr für mich keine Alternative. Die Mehrkosten nehme ich gerne in Kauf, mit dem Kraftrad fährt man sogar deutlich billiger. Zumal auch eine deutliche Zeitersparnis gegeben ist, auch ist man nicht in das enge Korsett vorgegebener Fahrpläne gepresst, die aufgrund von Baumaßnahmen an der Strecke auch des häufigeren nicht eingehalten werden können. Weitere Kosten wie Steuern und Versicherung für die eigenen Fahrzeuge können nicht mit eingerechnet werden, diese würden auch ohne die Fahrt anfallen.

9 Antworten zu “Öffentlicher Nahverkehr in Darmstadt”

  1. Zwiebelring sagt:

    Vorneweg – ich habe in etwa denselben täglichen Weg zur Arbeit und fahre immer – ausser bei Glatteis oder plattgefahrener Schneedecke mit dem Fahrrad – auch bei -20Grad und bei strömendem Regen, da es auf der Arbeit auch eine Dusche gibt.
    Trotzdem bin ich kein Autohasser – ich finde nur, dass das oben doch etwas einseitig und provozierend war

    1) Dass man weitere Kosten nicht mit einrechnen kann oder darf sehe ich anders. Neben den erwähnten Kosten für Steuer und Versicherung muss da sogar noch weitergehen und Kosten für

    - die Anschaffung des Wagens oder Motorrades
    - immer wieder anfallende Kosten wie z.B. für Reifen, Ölwechsel, TÜV, Reparaturen …

    mit hinzurechnen.
    Packt man das alles zusammen, ist mit dem eigen KFZ zu fahren Größenordnungen teurer als mit überwiegend Öffenlichen Verkehrsmitteln, manchmal mit dem Taxi und in den Urlaub mit einem Mietwagen zu fahren.
    2) Im angegeben Beispiel fährt die Strassenbahn zu den Arbeitszeiten überwiegend im 7.5 Minutentakt – kommt also alle Nase lang. Im Auto muss man sich während der Stosszeiten in quälendlange Schlangen einreihen und sich morgenss bereits im noch nur halbwachen Zustand auf den Stop and Go Verkehr konzentrieren. Von den Wartezeiten an den geschätzten 20 Ampeln bis in die Darmstädter Innenstadt oder den zusätzlichen Stauss wegen Bauarbeiten (z.B. Autobahnbrücke) mal ganz abgesehen.
    3) in etwa drei Monaten im Jahr kann man sich keineswegs bequem in sein Auto setzen und gemütlich zur Arbeit fahren. Statt dessen darf man erstmal Scheiben kratzen, und eventuell das Auto anwärmen. Von wetterungsbedingten Startschwierigkeiten mal ganz abgesehn. Und dann darf man sich eventuell über eine geschlossene Schneedecke in den Stau einreihen und ist mit viel Glück nach einer Stunde am Ziel.
    4) es ist zwar schon eine Weile her, dass ich an der TU studiert habe. Damals jedenfalls musste man auch noch etwa 20 Minuten Parkplatzsuche oder einen entsprechend längeren Fussweg miteinrechnen

    Okay – das war jetzt auch einseitig, sollte das ganze aber auch nur mal von der anderen Seite beleuchten

    Grüße

    Gerald Ziegler
    Wohnung im Oberndorf
    Arbeitsstelle ESOC Darmstadt

  2. Mario sagt:

    Lieber Olli,
    deine Rechnung stimmt soweit nur eine Sache hast du wohl vergessen, nämlich dass jeder Student der TU Darmstadt UMSONST mit dem RMV fahren kann. Das heißt, egal wie billig du mit dem Krad oder Auto zur TU fährst es ist immer teurer als mit ber Bahn.

  3. Bimbel sagt:

    Lieber Mario,
    umsonst ist das leider nicht. Man bezahlt dafür auch einen tollen Semesterbeitrag von etwas mehr als 190,- Euro, wenn man den auf die Zeit umlegt, kommt man auf (für das aktuelle Semester) 31,66 Euro im Monat. Natürlich sind da Verwaltungskosten etc. mit drin, allerdings wäre ich doch sehr dafür, das sogenannte Semesterticket nicht zum Pflichtkauf zu machen.

    @Zwiebelring:
    Das Fahrrad ist natürlich auch eine Alternative, allerdings nur wirklich brauchbar, wenn man dort die Möglichkeit hat, die Kleidung zu wechseln oder zumindest eine Ablage für Regenkleidung hat. Die Anschaffungs- und Unterhaltungskosten kann man meines Erachtens nicht mit einrechnen, die Fahrzeuge sind ja bereits da und werden nicht exklusiv für die Fahrt zum Arbeitsplatz genutzt. Die Kilometerleistung fällt auch nicht sonderlich ins Gewicht meines Erachtens.
    Eiskratzen gibt es bei mir eigentlich auch nicht, wenn das Auto im Hof steht, friert es eigentlich bei den hier vorherrschenden Temperaturen nicht zu, um den Schnee mal schnell mit der Hand runterzuschieben braucht man auch keine 2 Minuten, Startschwierigkeiten wegen der Witterung hatte ich noch nie. Ein Parkplatz an der TU ist kein Problem, hier gibt es entsprechende Parkhäuser, wenn man will. Der Preis liegt bei 10,- Euro im Monat.

  4. Zwiebelring sagt:

    Klar ist natuerlich, dass die Wahrheit irgendwo in der Mitte liegt. Ich denke letztlich kommt es in etwa auf dasselbe hinaus, ob man oeffentlich oder privat faehrt mit manchen Vorteilen hier und dafuer Nachteilen in einer anderen Beziehung.

    Ein paar Bemerkungen haette ich aber noch:
    - 190 EUR kostet die Semestergebuehr mittlerweile. Das ist wirklich viel. Darf man denn immernoch den ganzen RMV benutzen?
    - als ich an der TU studiert habe (1998 bin ich da weg) gabe es eigentlich ueberall Spinde. Ich hatte z.B. einen kleinen im Mathebau und einen grossen im alten Hauptgebaeude ganz oben. Duschen gibt es freilich keine
    - wenn du eines der Parkhaeuser in Anspruch nimmst, um einen kurzen Gussweg zu haben, musst du natuerlich auch die monatliche Gebuehr dafuer in dene rechnung reinnehmen.
    - Fahrradfahren ist manchmal auch aetzend – gestern frueh zum Beispiel mit Schneeregen von vorne – *grgrgrgr*

  5. Bimbel sagt:

    - Ja, man kann damit immer noch den ganzen RMV benutzen. Aber ich denke, daß nächstes Semester die 200,- Euro-Marke geknackt wird.
    - Spinde habe ich bis dato noch keine gesehen, mir wurde auch noch keiner angeboten..

  6. Muja sagt:

    Um mal was klar zu stellen:

    Unser Olli ist und bleibt einfach ein bequemer Mensch. “Warum sollte ich mich zu den anderen Trottel in die Bahn setzen und dabei im Monat 40€ sparen?!” Ich finde, wenn man schon strategisch so gut wohnt, dass man die Straßenbahn quasi direkt vor der Tür hat und damit bis fast ganz zu seinem Zielort kommt, sollte man davon Gebrauch machen. Ich bin auch nicht wirklich Ökomäßig eingestellt, aber trotzdem fährt man mit der Bahn viel Umweltfreundlicher.

    Klar ist, dass man dann immer an feste Zeiten gebunden ist , was mir persönlich z.B. auch sehr auf den Sack geht. Allerdings sind 20min Bahnfahrt auch immer eine willkommene Gelegenheit um ein bißchen zu dösen. :)

    Spinde gibt es schon noch, aber die werden soweit ich weiß nicht mehr angeboten(defekt, kostet, ?, …). Wäre ja auch eigentlich genial einen zu haben. Gerade für Studenten die von weiter kommen, so wie ich, wäre das nicht schlecht um z.B. Bücher und der gleichen zwischen zu lagern.

  7. Zwiebelring sagt:

    Okay auch wenn wir jetzt ein wenig abschweifen nun noch was zum Thema Spinde/Schliessfächer an der TU:

    - Die Schliessfächer im Mathebau konnte man bei der Fachschaft Mathe bekommen. Damals wurden ein paar Mark als Kaution hinterlegt. Richtig gekostet hat der nichts. Und natürlich kommt da keiner auf einen zu und bietet einem was an – man muss sich schon selbst drum kümmern
    - Wie die Spinde im alten Hauptgebäude vergeben wurden, weiss ich nicht. Ich bin nur mal zufällig an einem vorbeigekommen, der leer war und in dem ein Schlüssel steckte. Dort habe ich eine Mark eingeworfen und schon hatte ich ihn. Das Geld kam da bei jedem Aufschliessen wieder raus – hat also auch nichts bzw. eine Mark Kaution gekostet

  8. marco sagt:

    Hi Oli,
    deine Rechnung stimmt schon, du hast allerdings vergessen das ein Auto laufende Kosten wie Versicherung, Steuer, Reperaturen mit sich zieht. Dann sieht die Rechnung schon anders aus.
    Grüße Marco

  9. Bimbel sagt:

    Richtig, es gibt laufende Kosten. Aber die habe ich auch, wenn die Karre vor der Tür steht und ich mit der Bahn fahre. Also kann man die in dieser Form nicht einrechnen.

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